Geschichte

Sorraias verdanken ihren Namen einem Fluß in Portugal, in der Nähe von Lissabon. Dort hatte 1920 der Zoologe, Hippologe und Züchter von Lusitano- bzw. Andalusier-Pferden Dr. Ruy d'Andrade bei einem Jagdausflug eine kleine Herde dieser Pferde zum ersten Mal gesehen. Für ihn war sicher, daß es sich um eine Gruppe primitiver Equiden handelte. Um herausfinden zu können, ob diese Pferde die Urahnen der Andalusier waren, begann er einige Jahre später ein Erhaltungszuchtprogramm mit 11 Tieren.

Aus Angst um den Bestand seiner Herde während des Nelkenkriegs im Jahre 1975 teilte Dr. d'Andrade seine Herde auf, und so kamen auch einige Sorraias nach Deutschland zu Dr. Schäfer, einem bekannten Tierarzt und Buchautor. Aus dieser Zucht stammen die meisten Sorraias in Deutschland.

Die Erhaltungszucht von Dr. d'Andrade wird bis heute von den vier Enkelkindern weitergeführt.

Die meisten Sorraias werden von Privatpersonen – halbwild oder wie Hauspferde – gehalten und gezüchtet. Die Gefahr dabei besteht, daß das typische Wildpferdeverhalten und andere Wildpferdeigenschaften für immer verloren gehen.

Eine Sorraia-Herde aus dem Besitz von Hardy Oelke, seines Zeichens Pferdefachmann, Forscher, Züchter, Buchautor und einer der ersten Pioniere in punkto Westernreitsport und Westernpferde in Europa, lebt seit 2003 in einem Naturreservat im „Vale de Zebro Refugio“ in Portugal wirklich wild und sich selbst überlassen.